NICOLAI ARGON GX-Gravel-Bike veröffentlicht – Der perfekte Spagat zwischen Rennrad und Mountainbike?

19.02.2021
von Tobias Hörsch

Hier kommt das ARGON GX! NICOLAI setzt beim neuen Gravel-Bike auf Customizing, um es zu einem der vielseitigsten Gravel-Bikes auf dem Markt zu machen und einen möglichst breiten Anwendungsbereich zwischen Straße und Gelände abzudecken. Gelingt der Spagat? Alle Details zum Möchtegern-Chamäleon aus Deutschland findet ihr hier.

NICOLAI ARGON GX | ab 8,5 kg | ab 3.750 € | Hersteller-Website

Mit dem ARGON GX präsentiert NICOLAI den jüngsten Neuzugang zur ARGON-Familie (Link zu ARGON CX) und strebt danach, das perfekte Bike für Straße und Gelände zu bauen. Dafür bringt der Hersteller einen Rahmen an den Start, auf dessen Basis sehr straßenlastige und sehr geländegängige Aufbauten möglich sind – und alles, was irgendwo dazwischen liegt. NICOLAI wollte einen leichten Rahmen bauen, der dennoch robust ist und auch große Kräfte gut ableiten kann, wie sie im Gelände auftreten. Dafür setzen die Deutschen auf Flugzeugaluminium (7020-T6). Es soll eine höhere Zugfestigkeit und Elastizitätsgrenze aufweisen als die Aluminiumlegierungen, die traditionell im Rahmenbau verwendet werden. Zusätzlich setzt der Hersteller auf 3D-Frästeile an den Ketten- und Sitzstreben sowie mehrfach von Hand verschweißte Rahmenteile. Dieser komplett in Deutschland gefertigten Konstruktion vertraut NICOLAI so sehr, dass die Firma ihren Rahmen nicht mit einem Gewichtslimit belegt und eine Garantie für 5 Jahre ausspricht, die auch für Wettkämpfe gilt. Der Fokus des Rahmens liegt auf Steifigkeit, um auf der Straße verwindungsfrei zu sein und direkten Vortrieb zu generieren. Komfort soll, je nach Untergrund und Einsatzzweck, hauptsächlich über die Wahl der Reifen generiert werden.

Um das ARGON GX individuell auf seinen vorgesehenen Einsatzzweck zuzuschneiden, kann man bei der Ausstattung an unterschiedlichen Stellschrauben drehen. So könnt ihr bei 650B-Rädern bis zu 50 mm breite Reifen aufziehen (45 mm bei 700C-Rädern). Außerdem habt ihr die Wahl zwischen starren Gravel-Gabeln und Federgabeln mit bis zu 40 mm Federweg. Dazu bietet der Rahmen des ARGON GX mit einem Sitzrohrmaß von 31,6 mm nicht nur Raum für starre Sattelstützen, sondern auch für Dropperposts, deren Züge intern verlegt werden können. Und ihr könnt euch zwischen einem Gravel-Dropbar und einem flachen Mountainbike-Lenker entscheiden. Antriebsseitig können verschiedene 1-fach- und 2-fach-Gruppen eingesetzt werden, wobei zu beachten ist, dass 2-fach-GRX-Gruppen die Reifenfreiheit – wie bei allen Bikes – auf 42 mm begrenzen. Um das ARGON GX für Gravel-Abenteuer und Bikepacking vorzubereiten, installiert NICOLAI Aufnahmen für Schutzbleche und Packtaschenträger sowie Halterungen für drei Trinkflaschen am Alu-Rahmen. Für die Züge existieren Mehrfacheingänge auf beiden Seiten des Unterrohrs, wodurch alle Züge inklusive der Remote-Bedienung für Dropperposts intern verlegt werden können. Farblich kann man aus über 50 Farbtönen in glänzend und seidenmatt wählen. Außerdem ist der Rahmen harteloxiert in Schwarz, Bronze oder Titan sowie unbeschichtet in Alu-raw verfügbar.

Das Rad wird in sechs Rahmengrößen von XS bis XXL angeboten und soll damit allen Gravel-Fans mit einer Größe zwischen 155 cm und 208 cm passen. Der Rahmen in Größe M wiegt 1,9 kg und ist ab 1.449 € erhältlich. Kompletträder wiegen mindestens 8,5 kg und kosten 3.750 € aufwärts. Beides vertreibt NICOLAI direkt über die Hersteller-Website.

Die Geometrie des NICOLAI ARGON GX

Bei der Geometrie des ARGON GX will NICOLAI durch einen großen Reach sowie einen flachen Lenkwinkel und lange Kettenstreben für eine sportliche Sitzposition sorgen und gleichzeitig Laufruhe und Fahrstabilität liefern. Alle Details zur Geometrie könnt ihr der folgenden Tabelle entnehmen.

Unsere Einschätzung zum NICOLAI ARGON GX

Das NICOLAI ARGON GX will den Spagat zwischen Straße und Gelände schaffen, indem es sich für unterschiedliche Einsatzzwecke individuell zuschneiden lässt. Auf dem Papier hat das Konzept Limits in beide Richtungen: 1,9 kg Rahmengewicht sind eher viel für ein straßenlastiges Bike – und 50-mm-Reifen könnten im Heavy-Duty-Einsatz ihre Grenzen erreichen. Wie gut das Konzept in der Praxis funktioniert, müssen unterschiedliche Aufbauten im Test beweisen. Sehr gut gefällt uns aber die Handwerkskunst bei der Rahmenproduktion